Deutsche Ferienstraßen

Ferienstraßen in Deutschland

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Mittlerweile gibt es zahlreiche Reiseführer und Bücher über die Traumstraßen, Touristenstraßen und Ferienstraßen in aller Welt. Die Tourismusbranche greift dabei immer mal wieder auf neue und traumhaft klingende Bezeichnungen für Straßen, Routen und Wege zurück.

Der ADAC hat Mitte der 90-er Jahre eine Begriffserklärung für eine Ferienstraße veröffentlicht. Danach ist eine Ferienstraße „eine auf Dauer angelegte Reiseroute mit einem speziellen Thema, die den Zweck verfolgt, das Gebiet der Streckenführung touristisch besser zu vermarkten“.

Ferienstraßen und Themenrouten heute

Es gibt in Deutschland auch eine Vorschrift zur Kennzeichnung der entsprechenden Ferienstraßen. Das festgelegte Schild ist braun und die weiße Schrift weißt auf den Namen oder das Logo der Ferienstraße bzw. Themenroute hin.

In Deutschland gibt es den Begriff Ferienstraße schon seit über 80 Jahren und geht auf die Idee zurück, vorhandene Straßenverbindungen und Routen im Sinne gemeinsamer touristischer oder geschichtlicher Themen zusammenzufassen. So bietet sich die ideale Gelegenheit zum konzentrierten und gut ausgeschilderten Kennenlernen von Regionen und Themen quer durch ganz Deutschland und mittlweile auch Teilen von Europa. Alle Routen sind zum Befahren mit Auto, Motorrad oder auch Fahrrad konzipiert und geeignet.

Heute existieren in Deutschland etwa 150 Ferienstraßen, wobei etwa die Hälfte dieser Routen im Sinne der ursprünglichen Idee ziemlich linienförmig verlaufen und daher bei entsprechender Zeitplanung am Stück in einer Richtung abfahrbar sind.

Der Großteil der deutschen Ferienstraßen ist kürzer als 200 Kilometer. Die längste ausschließlich in und durch Deutschland verlaufende Ferienstraße ist die „Deutsche Ferienroute Alpen Ostsee“. Sie besitzt eine imposante Länge von 1738 Kilometern.

Deutsche Ferienstraßen mit kulinarischen Themen

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Reisen und Urlaub verbinden sich meist auch mit der Suche nach kulinarischen Höhepunkten. Warum sollte man da also nicht gleich Ferienstraßen und Regionen nach kulinarischen Schwerpunkten kombinieren und kennzeichnen?

Man findet in den deutschen Bundesländern viele kulinarische Spezialitäten, egal ob die Reise durch Bayern, Baden oder den Schwarzwald führt.

Typische Vertreter für solche kulinarischen Ferienstraßen und Themenrouten sind die Bayerische Bierstraße, die Deutsche Weinstraße und die Badische Spargelstraße.

Man kann den Namen der Routen schon eindeutig entnehmen, welche kulinarischen Highlights den Besucher dieser Tour erwarten.

Auf den Spuren der Kaiser und Fürsten

Tradition und Geschichte sind in Deutschland große Themen. So ist es nicht verwunderlich, dass sich eine Reihe der Ferienstraßen durch Gebiete und Orte bewegen, die einst durch berühmte deutsche Kaiser, Fürsten und Adelsgeschlechter dominiert wurden.

Dazu gehören die Stauferstraße, die Reußische Fürstenstraße und die Hohenzollernstraße.

Ferienstraßen für Romantiker

Viele Städte und Gebiete Deutschlands sind für Romantik und damit verbundene Bilder bekannt. Das Außenbild des typischen Deutschen steht nicht immer für den romantischsten Europäer, aber im tiefen Herzen sind wir es.

Dafür steht auch die Romantische Straße, eine der Klassiker unter den deutschen Ferienstraßen. Romantisches für Sinne und Herz wird aber auch auf den Touren der Idyllischen Straße, der Himmelswege und der Märchenstraße geboten. 

Ein Blick in die Geschichte

Die ersten Deutschen Ferienstraßen

Wenn man auf das Gründungsjahr schaut dann gilt die Deutsche Alpenstraße als die älteste deutsche Ferienstraße. Sie wurde 1927 gegründet und wurde in weiten Teilen neu gebaut, aber gemessen an der damaligen Planung bis zur Eröffnung nicht komplett fertiggestellt.

Kurz darauf konzipierte man Ferienstraßen eher auf vorhandenen Straßen und Wegen und verband diese nach speziellen Themengebieten. 

In diesem Sinne ist die 1935 eröffnete Deutsche Weinstraße die erste deutsche Ferienstraße. Damals wurden bereits vorhandene Straßen und Wege zu einer touristischen Route kombiniert und die entsprechenden Abschnitte umbenannt und gekennzeichnet.

Je nach Definition finden sich also sowohl die Deutsche Alpenstraße als auch die Deutsche Weinstraße in unterschiedlichen Büchern jeweils als die älteste und erste deutsche Ferienstraße aufgeführt.

Vor 1945 wurden noch eine weitere Ferienstraße im damaligen Deutschland eröffnet – die 1939 begründete Schwarzwaldhochstraße.

Die Ferienstraßen im Deutschland der Nachkriegsperiode

Wie auch schon vor dem Zweiten Weltkrieg dienten die Ferienstraßen und Themenrouten in den ersten Jahren hauptsächlich zum Anlocken inländischer und ausländischer Gäste und Touristen.

1950 wurde mit der Romantischen Straße eine Ferienstraße gegründet, die Maßstäbe für alle ihr folgenden Themenstraßen setzte. Man setzte dabei besonders auf die amerikanischen Touristen, die wie auch die Besatzungssoldaten, Interesse an der deutschen Kultur, den Landschaften und Orten hatten. Man wollte auch wieder ein idyllisches Bild von Deutschland in die Welt tragen und nutzte dafür die nicht zerstörten und gut erhaltenen geschichtswürdigen Orte.

Das Konzept ging auch auf. „The Romantic Road“ ist auch heute noch eine der im Ausland bekanntesten Ferienstraßen Deutschlands.

Auch die 1950 begründete Burgenstraße folgt dem gleichen Konzept und ist ähnlich bekannt wie die Romantische Straße.

Die Ferienstraßen nach dem Mauerfall 1989

Der Wegfall des Eisernen Vorhangs zwischen Ost und West brachte auch für den Tourismus ganz neue Möglichkeiten. So konnten die Orte und Regionen im Osten Deutschlands mit in die Erweiterung vorhandener Ferienstraßen einbezogen werden. Dies betraf auch Länder in Osteuropa wie der Tschechei.

Dazu kamen dann noch neu begründete Themenstraßen und Netzwerke, die sich ausschließlich oder hauptsächlich in den neuen Bundesländern befinden.

Neue Themenstraßen nach der Netzwerkmethode

Die klassischen deutschen Ferienstraßen verbinden Orte und Regionen eines bestimmten Themengebietes. Die Route gestattet in dieser klassischen Form normalerweise ein Abfahren einer räumlich verbundenen Strecke. Vom Prinzip her sind sie zum Fahren mit dem Auto genau so geeignet wie für die Tour mit dem Fahrrad.

Neu Projekte gehen da teilweise andere Wege. Oftmals liegen bei neuen Routen die Themenrelevanz und lokale Zuordnung weit auseinander. Daher spricht man dann auch mehr von Netzwerken als von zusammenhängenden Ferienstraßen. Solch ein Beispiele ist das Projekt Gartenräume in Sachsen-Anhalt.

 

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