Worms im Festspielfieber: Wenn der Dom zur Bühne wird
Wenn sich an warmen Sommerabenden das Licht über den Wormser Dom legt, die Plätze in der Freilichttribüne sich füllen und im Heylshofpark das Stimmengewirr langsam erwartungsvoll leiser wird, dann ist klar: Die Nibelungen-Festspiele sind zurück. Vom 17. Juli bis 2. August 2026 verwandelt sich Worms wieder in eine der eindrucksvollsten Theaterkulissen Deutschlands.
Vor dem Nordportal des Kaiserdoms wird in diesem Jahr die Uraufführung „Die Hunnenkönigin“ gezeigt – ein neues Stück von Oliver Lansley, inszeniert gemeinsam mit James Seager. Beginn ist jeweils um 20.30 Uhr, Einlass auf die Tribüne ab 20 Uhr. Spielfrei bleibt Sonntag, der 19. Juli.
Worms: Stadt mit Geschichte, Rheinluft und starken Geschichten
Worms gehört zu den ältesten Städten Deutschlands und trägt seine Geschichte nicht wie ein Museumsstück vor sich her, sondern ganz selbstverständlich im Stadtbild. Der romanische Kaiserdom, die Spuren jüdischer Kultur, der Rhein, verwinkelte Gassen und Plätze mit südländischer Gelassenheit machen die Stadt zu einem reizvollen Ziel für Tagesausflügler, Kulturreisende und alle, die Geschichte gern mit einem Glas Rheinhessenwein verbinden.
Und natürlich ist Worms untrennbar mit der Nibelungensage verbunden: Siegfried, Kriemhild, Hagen, Verrat, Liebe, Macht und Rache – große Stoffe, die hier seit Jahrhunderten mitschwingen.

Die Nibelungen-Festspiele: großes Theater vor großer Kulisse
Seit 2002 erzählen die Nibelungen-Festspiele den mittelalterlichen Mythos immer wieder neu.
Das Besondere ist nicht nur der Stoff, sondern der Ort: Gespielt wird unter freiem Himmel vor dem mächtigen Wormser Dom. Diese Kulisse macht aus jedem Theaterabend ein Ereignis, noch bevor der erste Satz gesprochen ist.
Jahr für Jahr kommen bekannte Schauspielerinnen und Schauspieler, starke Regieteams und neue künstlerische Perspektiven nach Worms. Die Festspiele haben sich längst über Rheinland-Pfalz hinaus einen Namen gemacht und zählen zu den markanten Open-Air-Theaterereignissen im deutschsprachigen Raum.
2026 im Zentrum: Kriemhild als „Die Hunnenkönigin“

Die diesjährige Inszenierung rückt Kriemhild in den Mittelpunkt. Nach Siegfrieds Tod verlässt sie die Welt der Burgunder und geht zu den Hunnen, wo sie an der Seite König Etzels zur mächtigen Herrscherin wird.
In „Die Hunnenkönigin“ geht es um Schmerz, politische Macht, Gerechtigkeit, Vergeltung und die Frage, wie weit ein Mensch gehen kann, wenn Verlust in Wut umschlägt. Gespielt wird Kriemhild von Maria Drăguș, Etzel von Aram Tafreshian.
Für zusätzliche Spannung sorgt die Zusammenarbeit mit der Londoner Theatercompagnie Les Enfants Terribles, die für bildstarke, fantasievolle und körperliche Theaterformen bekannt ist. Auch musikalisch verspricht der Sommer Besonderes: Alice Merton und Alexander Wolfe gestalten die Musik und treten live auf.
Mehr als ein Theaterabend: Kulturprogramm und Heylshofpark
Wer die Festspiele besucht, sollte nicht erst fünf Minuten vor Vorstellungsbeginn ankommen. Der Heylshofpark gilt als eines der schönsten Theaterfoyers des Landes und gehört unbedingt zum Erlebnis dazu. Zwischen alten Bäumen, Gastronomie, Gesprächen und sommerlicher Abendstimmung beginnt der Festspielabend schon vor dem eigentlichen Stück. Ergänzt wird die Hauptinszenierung durch ein Kulturprogramm mit Lesungen, Konzerten, Gesprächen und besonderen Formaten. Zu den Programmpunkten 2026 zählt etwa das literarisch-musikalische Programm „Landschaften“ mit Maria Schrader nach Texten von Roger Willemsen am 23. Juli im Wormser Theater. Traditionell gehört auch die Verleihung des Mario-Adorf-Preises am Dernière-Abend zu den besonderen Momenten der Festspiele.
Termine, Adresse und Anreise
Die Nibelungen-Festspiele Worms finden vom 17. Juli bis 2. August 2026 statt.
Aufführungsort ist das Festspielgelände am Wormser Dom, Dom-Nordportal, 67547 Worms. Der Eingang zum Gelände befindet sich über den Heylshofpark in der Stephansgasse.
Wer mit der Bahn anreist, erreicht Worms bequem über den Hauptbahnhof; von dort ist die Innenstadt mit Dom und Festspielgelände gut zu Fuß oder per Bus erreichbar.
Autofahrer folgen vor Ort der Beschilderung Richtung Dom beziehungsweise Festspielgelände. Da die Innenstadt an Festspielabenden gut besucht sein kann, lohnt es sich, etwas Zeit für Parkplatzsuche, Einlass und einen entspannten Spaziergang durch die Altstadt einzuplanen.
Website: Nibelungen-Festspiele
























